Landespreis Innere Sicherheit Mettmann 2011

Landespreis Innere Sicherheit 2011

Vorbildliches Engagement: Für mehr Sicherheit Landespreis Innere Sicherheit 2011 an drei Projekte in NRW verliehen

Die Anlässe und Anstöße in den Städten und Gemeinden sind vielfältig, die Bandbreite möglicher Lösungen und Konzepte ist breit. Da wo es den Kommunen unter den Nägeln brennt sind vielfach Netzwerke für öffentliche Sicherheit und Ordnung, sogenannte  Ordnungspartnerschaften aktiv, um sich um die Lebensqualität vor Ort, das konfliktfreie Zusammenleben unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen und nicht zuletzt um das Sicherheitsbedürfnis der Bürgerinnen und Bürger im Land kümmern. Mehrere hundert von ihnen sind in den vergangenen Jahren in NRW entstanden. Seit 2003 werden jährlich besonders interessante, kreative und erfolgreiche Ordnungspartnerschaften mit dem Landespreis Innere Sicherheit ausgezeichnet. 

Am 21. November wurden die diesjährigen Preisträger vom Innenminister des Landes NRW, Ralf Jäger in Düsseldorf prämiert. Es sind dies Netzwerke die beispielhafte Ordnungspartnerschaften im Sinne einer bürgerorientierten, rechtsstaatlichen und professionellen Arbeit entwickelt und erfolgreich umgesetzt haben. Die Bewerbungen weisen ein breites Spektrum sicherheitsrelevanter Themen auf. „Die drei in diesem Jahr ausgelobten Netzwerke zeigen eindrucksvoll, mit wie viel Engagement, Kreativität und vor allem mit wie viel Gespür für das konkrete Sicherheitsbedürfnis vor Ort gehandelt wird“, freute sich Innenminister Jäger. Insgesamt hatten sich 2011 acht Ordnungspartnerschaften um den Landespreis beworben.

Die Preisträger des Landespreises Innere Sicherheit 2011 sind:
 

  1. „Integration und Prävention“ in Ratingen-West

Die Ordnungspartnerschaft „Integration und Prävention – Stärkung der Gemeinwesenarbeit in Ratingen-West“ – zielt auf die Förderung und Verbesserung der Lebensqualität der in diesem Stadtteil lebenden Menschen ab. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiten Vertreterinnen und Vertreter der Ordnungs- und Sozialbehörden der Stadt Ratingen und der Kreisverwaltung, Wohlfahrtsverbände, Wohnungsbauträger und der Polizei eng zusammen. An einem Runden Tisch entwickeln sie Maßnahmen zur Förderung des Stadtteils, die dann gemeinsam umgesetzt werden.

Das Projekt wurde im März 2007 von der Stadt Ratingen ins Leben gerufen und als Kooperationsprojekt durch Mittel der Stadt und des Kreises Mettmann finanziert. Die Stadt reagierte damit auf die besondere Problemstellung in dem in den 60er Jahren gegründeten Stadtteil, der sich in den vergangenen Jahren immer mehr zu einem sozialen Brennpunkt entwickelt hat.

Aufgabe und Ziel der Arbeitsgruppe war es unter anderem die sogenannten Angsträume, also als bedrohlich empfundene Plätze und Situationen zu entschärfen. Dieses Ziel konnte in vielen Bereichen tatsächlich durch ein verbessertes Beleuchtungskonzept, durch Rückschnitt von Gehölzen sowie einer konsequenten Straßenreinigung insbesondere um den Berliner Platz erreicht werden.

Das Projekt hat seine ehrgeizige Aufgabenstellung erfüllt. Man hat insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene erreicht, Angsträume abgebaut, die Anzahl der im Stadtteil auffälligen Personen und somit auch der Pöbeleien deutlich verringert, für eine größere Akzeptanz und eine erfolgreiche Vernetzung der im Projekt tätigen Akteure und Akteurinnen gesorgt und eben nicht zuletzt die Kriminalitätsrate in dem Stadtteil gesenkt.

Letztere ist seit Projektbeginn laut Kriminalitätsbericht auf das durchschnittliche Maß der Stadt Ratingen zurückgegangen, die Anzahl der Beschwerden aus der Bevölkerung liegt sogar unter Stadtniveau!
 

  1. „Sicher durch Münster“ – Verkehrsunfallprävention in Münster

Die Ausgangslage wird durch einen negativen Rekord beschrieben: Münster liegt in der NRW-Unfallstatistik auf dem letzten Platz. In keiner anderen Stadt in NRW verunglückten mehr Menschen (pro 100.000 Einwohner). Dabei gilt Münster als die Fahrradhauptstadt. Hier liegt aber auch eine Ursache für die hohe Anzahl an Verletzten. Obwohl der Radverkehr einen Verkehrsanteil von 38 Prozent aufweist, sind Radfahrer lediglich an neun Prozent aller Unfälle beteiligt. Allerdings liegt der Anteil der Unfälle mit Radfahrerbeteiligung bei den Unfällen mit schwerem und leichtem Personenschaden bei bis zu 48 Prozent, der Anteil bei Unfällen mit Getöteten beträgt 25 Prozent.

Die Ordnungspartnerschaft Verkehrsunfallprävention wurde im Juni 2007 gegründet. Sie besteht aus 23 Mitgliedern. Daneben unterstützen mehrere Kooperationspartner die Aktionen. Unter dem verbindenden Motto „Sicher durch Münster“ ist es ihr Ziel, die Verkehrssicherheit in der Stadt nachhaltig zu verbessern. Auf den Punkt gebracht: Die Zahl der Unfälle mit Personenschäden soll jährlich um durchschnittlich zehn Prozent gesenkt werden.

„Sicher durch Münster“ widmet sich umfänglich den Bedingungen und Ursachen des Unfallgeschehens und nutzt einen umfassenden und ganzheitlichen Ansatz, dieses positiv zu beeinflussen. Zentrale Kampagnen sind neben der täglichen Verkehrsüberwachung durch die Polizei und das Ordnungsamt die regelmäßig durchgeführten Schwerpunkteinsätze. Bis August 2011 wurden 32 dieser Einsätze durchgeführt – mit wechselnden Themen und zu unterschiedlichen Anlässen.

Mit Gründung der Ordnungspartnerschaft Verkehrsunfallprävention wurde die Verkehrssicherheitsarbeit auf eine breite gesellschaftliche Basis gestellt. Das Thema Verkehrssicherheit ist in der Stadtgesellschaft fest verankert.

Im Jahr 2010 wurde erstmalig das Ziel erreicht, die Anzahl an Verkehrsunfällen mit Verletzten jährlich um zehn Prozent zu senken. Die umgesetzten Maßnahmen haben nachweislich die Verkehrssicherheit verbessert. Gleichzeitig besteht aber noch viel Potenzial, die Verkehrssicherheit zu erhöhen.
 

  1. „Arbeitskreis Polizei und Muslime“ im Ennepe-Ruhr-Kreis

Der Arbeitskreis Polizei und Muslime wurde 2008 gegründet. Der Arbeitskreis hat sich zur Aufgabe gemacht, das Miteinander von Muslimen und der Polizei im Ennepe-Ruhr-Kreis zu fördern und mit Leben zu füllen. Er verfolgt insbesondere den Zweck, durch einen intensiven Informations- und Meinungsaustausch ein gegenseitiges Verständnis zu entwickeln, daraus resultierende Probleme und potenzielle Konflikte auszumachen.  

Ständige Mitglieder des Arbeitskreises sind mehrere Vertreter der Polizeibehörde unter anderen der Leiter des Kommissariats Vorbeugung, der Kontaktbeamte für muslimische Institutionen und der Opferschutzbeauftragter sowie die Vertreter der Moscheevereine (DITIB-Moschee Schwelm, DITIB-Moschee Gevelsberg, DITIB-Moschee Wetter, DITIB-Moschee Hattingen).

Mit einer ganzen Palette von Angeboten wendet sich der Arbeitskreis direkt an die muslimischen Mitbürger. Ihnen wird unter anderem polizeiliche Unterstützung und den Opfern von Straf- und Gewalttaten Hilfe angeboten, sodann werden Veranstaltungen zur Kriminalitätsvorbeugung und –bekämpfung sowie zur Verkehrssicherheit in den Moscheen durchgeführt und in den Jugendzentren und –abteilungen der Moscheevereine mit entsprechenden Angeboten und Programmen präventiv gegen Gewalt vorgegangen. Durch das vertrauensvolle Verhältnis der Mitglieder des Arbeitskreises war es in der Vergangenheit sogar möglich, auch sicherheitsrelevante Themen zu besprechen und gemeinsame Aktivitäten zu entfalten.

Die Moscheevereine zählen zurzeit rund 940 registrierte Mitglieder mit mehr als 4.000 weiteren Angehörigen. Somit werden im Ennepe-Ruhr-Kreis etwa 5.000 Muslime, sprich alle organisierten muslimischen Mitbürger direkt oder auch indirekt über den Arbeitskreis erreicht.

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